Andreas, 59, Mitgründer der Selbsthilfegruppe:

Als ich in der Krise war, hatte ich keine Ansprechpartner auf Augenhöhe, also Menschen, die meine Situation nachempfinden können. Steuerberater und Anwälte sind Steuerberater und Anwälte, aber keine Verzweifelten, die nicht mehr wissen was man machen kann. Jedenfalls hatte ich diesen Eindruck. Außerdem konnte ich diese Leistungen mangels Kapital auch gar nicht mehr bezahlen, da ich jeden Cent in die Firma gesteckt hatte und mittlerweile alles weg war. Außer den Schulden.


Zuerst habe ich im Gespräch mit Dritten offen über die Situation gesprochen, allerdings schnell festgestellt, dass dies weder für mich, noch für die anderen gut war. Das Thema Pleite und Insolvenz und die Begleiterscheinungen wie „ins Café oder ins Kino mit dir ist mir mangels Geld leider nicht mehr möglich“ kann oftmals auch von den besten Freunden nicht nachvollzogen werden und man zieht sich zurück.

 

Im Kreis von Menschen die ähnliche oder gleiche Erfahrungen gemacht haben, habe ich gemerkt wie gut ein Austausch tut und wie wichtig es ist offen über die Geschehnisse zu berichten. Dabei habe ich wertvolle Hinweise von den anderen erhalten und im Laufe der Zeit bin ich selbstbewußter und ohne Schuldgefühle mit den Geschehnissen der Vergangenheit umgegangen. Und letztendlich habe ich meine persönlichen Wege gefunden.


Weil es mir gut getan und geholfen hat,  habe ich gemeinsam mit anderen die Selbsthilfegruppe gegründet um Betroffenen einen Gesprächskreis zum Erfahrungs- und Informationsaustausch zu ermöglichen.